Cloaking

Cloaking ist ein Verfahren, das dem Crawler einer Suchmaschine eine andere Seite liefert als einem normalen Nutzer. Das wurde früher von Suchmaschinenoptimierern genutzt, um einer Suchmaschine den gut optimierten HTML-Code ohne Spielereien wie Flash oder JavaScript zeigen, während man einem Menschen die schön gestaltete Seite mit allen modernen Gimmicks anbietet. Zugleich konnte der Wettbewerber nicht erkennen mit welchen Onpage-Maßnahmen gearbeitet wurde. Da heute externe Faktoren wie Links und die Usability für den Nutzer im Vordergrund der Rankingverfahren stehen, wird Cloaking heute im klassischen Sinne kaum mehr verwendet. Es gibt aber auch moderne Anwendungsfälle, die Cloaking recht nahe kommen. So ist es letztlich Cloaking, wenn das sogenannte AJAX-Crawling-Protokoll zum Einsatz kommt.

Wenn ein Client, egal ob ein Browser (Internet Explorer, Mozilla, Opera, Lynx) oder ein Crawler einer Suchmaschine, eine Seite im Web anfordert, sendet er einen Request (Anfrage im Protokoll HTTP) an den Webserver. In dieser Anfrage steht die Angabe User-Agent, mit der sich der Client zu erkennen gibt. Der Webserver kann diesen User-Agent abfragen (Umgebungsvariable HTTP_USER_AGENT) und entsprechend entscheiden, ob die Anfrage von einer Suchmaschine oder einem gewöhnlichen Browser kommt. Allerdings kann der User-Agent vom Client beliebig manipuliert werden. Es ist deshalb nötig, neben dieser Angabe auch noch die IP-Adresse des anfragenden Rechners (Client) mit einer aktuellen Datenbank von Suchmaschinen-IPs abzugleichen, um Suchmaschinen-Robots relativ zuverlässig erkennen zu können. Suchmaschinen nutzen aber teilweise auch fremde IP-Adressen, etwa von gewöhnlichen Einwahlprovidern, um Cloaking zu erkennen.

Sollten Sie beim Cloaking erwischt werden, wird Ihre Site komplett von der Suchmaschine, die Sie beim Tricksen erwischt hat, gelöscht werden; als Ausweg bleibt dann oft nur die Nutzung einer neuen Domain. Diese Gefahr steht in keinem Verhältnis zu den geringen Vorteilen, die Cloaking bieten kann; deshalb sollten Sie auf diese Art der „Optimierung“ verzichten.