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Abmahnung für Yasni wegen Platz 1 in Google

Update: Einstweilige Verfügung erlassen und wieder aufgehoben.

Ich bin mir ehrlich gesagt immer noch nicht sicher, ob das Realität oder Satire (vulgo: Linkbait) ist: Volker Bellendorf, Betreiber des Forums Ecombase, hat die Personensuchmaschine Yasni abmahnen lassen, weil diese für die Suchanfrage volker bellendorf shopbetreiber in Google auf Platz eins und somit vor der vom Ecombase-Inhaber gewünschten Site steht. Dies geht jedenfalls aus einer von Ecombase veröffentlichten Abmahnung hervor.

Für die Echtheit dieser Aktion spricht, dass zwar in Google für die genannte Suchanfrage Yasni noch auf Platz 1 steht, die Seite selbst inzwischen aber eine 404-Fehlermeldung ergibt. Der Google-Cache zeigt aber derzeit noch, wie die Seite zuvor ausgesehen hat.

Yasni vor Ecombase in Google

Und hier also ein Ausschnitt aus dem Google Cache für die Platz 1-Seite. Viel Unique Content findet sich dort wirklich nicht …

Yasni über Bellendorf im Google Cache

Der konkrete Vorwurf lautet auf „gezielte Marktbehinderung“, eine weitergehende Begründung wird nicht geliefert; dafür gibt es den lapidaren Satz „Dass dieses Verhalten rechtswidrig ist, werden wir sicherlich nicht vertieft diskutieren müssen.“ Achso.

Richtiggehend albern wird die ganze Geschichte dadurch, dass Volker Bellendorf sich selbst als SEO sieht – so geht das zumindest aus dem Schreiben der Anwälte hervor:

Wie Ihnen bekannt ist, ist unser Mandant Suchmaschinenoptimierer (SEO) und Betreiber des Forums „Ecombase „.

Was von einem Suchmaschinenoptimierer zu halten ist, der es nicht mal schafft, für seinen Namen plus seiner Tätigkeitsbeschreibung bei sage und schreibe 209 (i.W. zweihundertneun) Trefferseiten auf Platz eins zu landen und dazu anwaltliche Hilfe benötigt, das kann jeder für sich selbst beurteilen.

Man muss kein Freund von Personensuchmaschinen sein, um den Wahnsinn dieser Aktion zu erkennen. Sollte Herr Bellendorf damit durchkommen, wäre künftig jede Topplatzierung durch Gerichte zu klären. Was haben auto.de und mobile.de für die Suche nach auto auf den ersten Googleplätzen zu suchen? Schließlich ist doch VW der größte deutsche Autohersteller! Wenn das mal keine Marktbehinderung für die sowieso schon notleidende Autobranche ist.

gefunden via blogs-optimieren.de

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17 thoughts on “Abmahnung für Yasni wegen Platz 1 in Google

  • 4. Dezember 2008 at 14:18
    Permalink

    Danke Gero für deinen Hinweis.
    Der Kommentar von Herrn Bellendorf dort ist recht interessant: Er spricht von „meinen keys“ – wusste nicht, dass man bei Google „keys“ kaufen kann.

  • Pingback: Yasni wird für gute Suchmaschinenposition abgemahnt

  • 4. Dezember 2008 at 16:21
    Permalink

    Wenn ich das in dem Screenshot der Serps richtig sehe, dann hat der Abmahnende anscheinend ein eigenes Profil bei Yasni angelegt und der „Suchmaschine“ sogar noch ein wenig weiteren Input geliefert.

    Er bezeichnet sich selbst als SEO, also sollte man davon ausgehen können, dass ihm bewusst ist, dass solche „Suchmaschinen“ ihren Traffic nahezu komplett über Keyword-Kombis bei Google & Co. beziehen. Wenn er also mit dem Anlegen eines Profils sogar noch weiteren (individuellen) Input liefert, dann darf er sich hinterher nicht beschweren, wenn die Unterseiten immer besser ranken. Oder anders gesagt: er trägt mit seinem Profil i.d.R. dazu bei, dass Yasni ein wenig eigenen Content bekommt und besser rankt und beschwert sich dann auch noch. Ob ihm da ein Gericht folgen wird?

    Sehr, sehr strange das Ganze… Kann auch kaum glauben, dass das ernst gemeint ist.

  • 4. Dezember 2008 at 16:45
    Permalink

    @Daniel

    Also ernst gemeint ist es – kenne da inzwischen noch ein paar Details, die ich aber nicht öffentlich kund tun werde.

    Aktuell gibt es allerdings kein Profil zu dem Namen bei Yasni.
    Und zur Info: Es werden nicht nur angelegte Profile gespeichert, sondern auch gezielt Yasni-Serps in Google gebracht. Yasni nennt es selbst Caching, ein SEO wird allerdings seine eigene Einschätzung dazu haben. (kann man z.B. bei Sistrix nachlesen: http://www.sistrix.de/news/745-serps-in-serps.html)

    Spannend an der Gesichte ist wirklich, wie Stefan treffend formuliert hat, die Tatsache, dass hier quasi Google-Positionen eingeklagt werden sollen. Das ist schon außergewöhnlich. Normalerweise gibt es solche Rechtsmittel beim Streit um Markenrechte o.ä. Der Vorwurf, Yasni würde Herrn B. gezielt schaden wollen durch eigenes SEO mit leeren Seiten für komische Begriffskombis, ist schon skurril.

  • 4. Dezember 2008 at 23:44
    Permalink

    Servus, na ganz so einfach ist die debatte ja nun nicht
    ich mahne ab wegen keys + content der nachweislich AUS DER MITTE MEINER seiten stammt, sowie die verwendung von bildern – die ich als urheber und rechteinhaber – auf einer bestimmten seite einstelle und auch nur da sehen will

    sicher ist mir bekannt dass google und die bildersuche das finden werden – sollen die ja auch – die nehmen am ranking zu meinem content und meinem bild aber nicht teil !

    da erscheint für gewöhnlich ja meine webseite – und neuerdings dann die seiten von yasni – die auf meine keys + content getrimmt sind – und meine original seiten in den serps als dubletten nach hinten legen

    hier wird also die kopie zum original und das original zur kopie gemacht – worauf mir mal spontan in den letzten 4 monaten 40.000 indizierte seiten aus 60.000 verlustig gegangen sind..

    selbst mit den 404er seiten stehen yasni ergebnisse ne zeitlang VOR MIR… wie geht dat denn ?

    schon ziemlich kurios, dreh und angelpunkt einer klage ist dann allerdings das Wettbewerbsrecht und das Urhebergesetz
    ich bin zwar schon nen bischen blöde, aber platz 1 bei google einklagen würde auch mir nicht einfallen

    http://www.ecombase.de/yasni-content-klau-nachgewiesen.php
    dieser kleine film, macht das problem aber mal SICHTBAR

  • 5. Dezember 2008 at 11:07
    Permalink

    Schön und gut, aber im veröffentlichten Abmahnschreiben steht NICHTS von Contentklau und es steht NICHTS von verwendeten Bildern. Dort ist ausschließlich davon die Rede, dass Yasni für die falschen(?) Keywords oben steht.
    Im Abmahnschreiben wird sogar der Ausdruck „Leerseiten“ mehrfach verwendet. Wie kann mittels Leerseiten Contentklau stattgefunden haben?

  • 5. Dezember 2008 at 16:47
    Permalink

    Die Idee mit der Link-Bait kam mir auch schon. Allerdings scheint das Verhalten von Yasni durchaus seltsam zu sein. Aber: Wie soll denn Yasni etwas über Personen sammeln, wenn sie nicht die Daten aus Websiten verwendet und andruckt….um das geht es ja. Das würde ja fast ihre Grundlage entziehen…

  • 5. Dezember 2008 at 17:01
    Permalink

    … das würde jeder Art der Suchmaschine die Grundlage entziehen 🙂

    Wobei Yasni – wie gesagt – „nur“ Google-Snippets recycled und sie dann wieder in die Serps spielt…

  • 5. Dezember 2008 at 17:22
    Permalink

    Gero, es mag ja sein, dass das zusammengehört. Nur ist im Abmahnschreiben eben ausschließlich von den Positionen bei best. Anfragen die Rede. Wäre die in diesem Schreiben vertretene rechtliche Position tatsächlich unstrittig, wäre künftig jede Topplatzierung gerichtlich anzufechten. Nur das ist der Punkt, den ich hier interessant finde. Die Frage der Existenzberechtigung von Personensuchmaschinen ist eine ganz andere und spielt hier keine Rolle – eben weil diese Frage auch im Abmahnschreiben nicht thematisiert ist.

  • 5. Dezember 2008 at 18:23
    Permalink

    Stefan, die Abmahnung thematisiert eine gezielte Marktbehinderungen. Die Keywords sind im Abmahnungstext auch nur beispielhaft genannt. Du hast recht, dass der „Contenklau“ dort nicht benannt ist, wobei dieser ursächlich für die Platzierung ist. Darum geht es Herrn B. eigentlich, dass hat mir per Mail bestätigt.
    „Unstrittig“ wird in dem Schreiben übrigens nur die gezielte Behinderung der Auffindbarkeit genannt. Ob eine solche Vorliegt und ob daher Suchmaschinenpositionen eingeklagt werden können, steht auf einem anderen Blatt – da bin ich mit meiner Meinung glaube ich auf der selben Spur wie die meisten.

  • 7. Dezember 2008 at 11:47
    Permalink

    Der vermeintliche Contentklau ist nicht ursächlich für die Platzierungen. Die Yasni-Seiten wären zu den genannten Keywords immer vorne, egal mit welchem Inhalt. Denn die sind halt für diese Kombis optimiert; und bei 200 Konkurrenzseiten muss man nicht wirklich toll optimieren. Und Contentklau ist schon erst recht nicht nötig.
    Und nochmals: Mag ja sein, dass es dem Abmahner um was anderes geht, aber im Abmahnschreiben ist davon nicht die Rede. Und nur das Abmahnschreiben ist es, das zählt, nicht das, was er in E-Mails an unbeteiligte Dritte schreibt.

  • 8. Dezember 2008 at 11:35
    Permalink

    >Der vermeintliche Contentklau ist nicht ursächlich für die Platzierungen.

    Das sehe ich anders. Es gibt de facto keine eingehenden Verlinkungen (intern/extern) mit den angesprochenen Keyword-Kombis, also muss onPage Content ursächlich sein…

    btw: …und nochmals: es wird von erstellten „Leerseiten“, einem extrem hohen Ranking und der gezielten Behinderung gesprochen. Die Erstellung der „Filterseiten“ ist als Hauptursache genannt. Das Ranking ist ausdrücklich nur als Beispiel für die Behinderung…

    Aber sei es drum… eh ziemlich Shakespeare die Sache…

  • Pingback: Einstweilige Verfügung gegen Yasni - SuchmaschinenTricks.de

  • 12. Januar 2009 at 21:09
    Permalink

    Es gilt also zu klären ob Yasni eine Suchmaschine im eigentlichen Sinn ist oder nur fremder Content zu eigenen Zwecken „mißbraucht“ wird.

  • 25. Februar 2009 at 04:44
    Permalink

    Hallo,
    der Herr Bellendorf hat jetzt wenigstens in 2 Urteilen eines vorm Sacke bekommen. Es tut gut, das dieser Mensch internetmässig von der Landschaft verschwindet und das diesem Herrn die Grenzen seinen Tuns aufgezeigt werden.

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