Die Rolle der IP-Adressen in der Suchmaschinenoptimierung

Johannes beleuchtet in seinem aktuellen Post Hosting mit eigener IP-Adresse – nötig für SEO? auch die Frage, ob Google die Diversität der Backlink-IPs als Qualitätskriterium heranzieht. Seiner Einschätzung zufolge ist das nicht der Fall und belegt das mit dem Fall Strato. Dieser Provider hostet eine äußerst große Anzahl an Websites auf vergleichsweise wenig IP-Adressen. Johannes folgert entsprechend:

Zum anderen würde dies bedeuten, dass Google Links unter Stratokunden, die alle eine IP aus dem Block 81.169.145.* haben, geringer wertet, als solche von anderen Providern: völliger Unsinn.

Ich weiß ebenso wenig wie Google das nun tatsächlich handhabt. Ich bin aber überzeugt, dass die „Signale-Theorie“ stimmt: Google zieht zur Bewertung einer Website eine Vielzahl an Parametern (sprich: Signale) heran. Sind davon zu viele außerhalb eines als „okay“ betrachteten Bereichs, führt dies zu einer schlechteren Bewertung und in der Folge zu schlechteren Positionen. Der Sinn dieser Signale liegt darin, festzustellen, ob eine Website „normal“ optimiert und insbesondere verlinkt oder ob irgendwie übertrieben wurde. Die Verteilung der Backlink-IP-Adressen ist, davon gehe ich aus, ein derartiges Signal.

Johannes‘ Strato-Argument überzeugt mich ebenfalls nicht ganz: Eine Website, die überproportional viele Strato-Backlinks hat, ist sicherlich nicht „normal“ verlinkt. Im Gegenteil: Ein solches Verlinkungsmuster deutet darauf hin, dass hier getrickst wurde. Eine Abwertung wäre entsprechend gerechtfertigt. Wir hatten dazu bei Neomo eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt. Unsere Erkenntnis war, dass Spamseiten deutlich an der im Vergleich zur gesamten Backlink-Anzahl geringeren IP-Anzahl zu erkennen waren. Ich gehe jede Wette ein, dass Google schon längst ähnliche Experimente durchgeführt hat und zu den gleichen Schlussfolgerungen gekommen ist. Weshalb ich sehr wohl daran glaube, dass die Anzahl unterschiedlicher Backlink-IP-Adressen – idealerweise aus unterschiedlichen Subnetzen (das sind nicht immer die ersten drei Oktets!) – eine Rolle für die Google-Optimierung spielt.

– Anzeige –

15 thoughts on “Die Rolle der IP-Adressen in der Suchmaschinenoptimierung

  • 11. Februar 2008 at 18:54
    Permalink

    … zumal das mit strato ja kein Widerspruch ist. Es heisst ja nicht, dass Links von der gleichen IP nicht gezählt werden, WEnn insgesamt viele Links von wenigen IP´s kommen ist das halt verdächtig.

  • Pingback: Searchmarket.biz

  • 17. Februar 2008 at 23:48
    Permalink

    Ich teile die Meinung von Johannes.

  • 27. Februar 2008 at 23:51
    Permalink

    Hi,

    ich denke, dass die IP’s nicht die große Rolle spielen. Denn es gibt Seiten auch bei 1und1, die viele Links innerhalb des gleichen IP Ranges haben, jedoch ganz vorne in den Suchmaschinen gelistet werden

    Restaurant

  • 29. Februar 2008 at 16:04
    Permalink

    Es bleibt die ewige Diskussion über IP’s und SEO, und keiner hat eine klare Antwort. Muss sagen, dass bei den Websites die ich betreue auf einen gemeinsamen Server, die zueinander verlinkt sind, wenig bei der SEO helfen…deswegen habe ich diese Links wieder rausgenommen, und einfach die domains auf unterschiedliche IP’s gelegt.

  • 7. März 2008 at 21:13
    Permalink

    Mich würde mal interessieren wie Links von gleichen IP-Adressen bei Google bewertet werden. Jeder ist da ja anderer Meinung.

  • 29. März 2008 at 15:11
    Permalink

    Bin auch der Meinung, dass die IP’s eine eher untergeordnete Rolle spielen. Aber das kann natürlich niemand zu 100% sicher sagen. Über ein Experiment würde ich mich daher auch freuen 🙂

  • 2. April 2008 at 21:33
    Permalink

    ich denke das die linkquelle und das linkziel analysiert werden, um ein beziehungsmuster zu erkennen. unterschiedliche linktexte und ip´s reichen meiner meinung nach nicht aus. die frage die mich beschäftigt ist, wie einfach eine verlinkung hergestellt werden kann. ein kunde verlinkt zu seinem webdesigner – letzterer könnte diesen link selbst eingebaut haben oder man verlinkt seine eigenen homepages untereinander. viele solcher links haben die gleiche IP und die gleichen linktexte. diese links bringen meiner meinung nach nicht viel und schaden auch nicht, wenn man es nicht übertreibt. sicher kennt google die IP´s der großen provider ein wenig.

  • 10. April 2008 at 15:34
    Permalink

    Für normale geringfügige Nischen Keys, braucht man auf die IP Popularität nicht achten.
    Das Gegenteil ist im harten Sektor, um da einigermaßen mitspielen zu können sind verschiedene IP und C-Subnetzwerke erforderlich.

    Das ist meine Erfahrung und zugleich meine Meinung.

  • 5. Mai 2008 at 17:11
    Permalink

    meine Erfahrung ist hier auch das IP Adressen eher die zweite Wahl sind. Ausschliessen kann man es nicht. Ich habe diverse Domains über einen VR Server laufen die zum Teil auch untereinander verlinkt sind. Trotzdem liege ich bei teilweise 500.000 Treffern noch unter den ersten 3 bei g**gle.

  • 8. Juni 2008 at 14:12
    Permalink

    Die Diskussion hier spiegelt die Vielfalt der Meinungen gut wieder. Aber wie bei vielen anderen Dingen dürfte das nicht schwarz ODER weiß zu malen sein. Es ist eine Realität, dass auf einigen Servern teilweise tausende von Seiten liegen. Und Google wird sch schwer tun, dort wirklich zeitnah eine Plausibilität herzustellen – dazu müßten sie schon in die lokalen Firmen reinschauen.
    Letztlich ist es auch normal, dass man Projekte miteinander verlinkt.
    Anders sieht es sicher aus, wenn jemand ein bischen „übertreibt“, und ein bischen „viel“ macht, und sich dann der Kollege von G das vielleicht auch noch näher persönlich ansieht. Da machen es gleiche IPs sicher einfacher.

  • 8. Juni 2008 at 14:28
    Permalink

    Hi. Also ich hab die persönliche Erfahrung gemacht, dass IP Adressen sehr wohl sehr relevant sind. Insbesondere dann, wenn man selber viele Seiten zu einem ähnlichen Thema hält und diese untereinander stark verlinkt. Bei 3 oder 4 Seiten mag das keine Rollen spielen. Bei 20 bis 50 Seiten wäre es aber verherrend wenn man gleiche IP Adressen hätte. Ich habe deswegen zusammen mit meinem Provider (www.comehost.de) ein Produkt geschaffen, was wir SEO-IP-Packete nennen. Ich selber habe ein SEO100 Packet. Also 100 Ip´s die ich frei auf meine Seiten verteilen kann. Ergebnis: Verlinkung funktioniert wunderbar! 🙂

  • 19. Juni 2008 at 15:39
    Permalink

    wo bitte gibts denn ein seo100 Packet?

  • 16. Juli 2008 at 22:23
    Permalink

    Hallo, klingt interessant, heißt das 100 IPs pro Url oder 100 IPs pro Server?

Comments are closed.