Das Google Disavow Links Tool

Googles Anti-Spam-Guru Matt Cutts hat auf der Pubcon in den USA ein neues Tool vorgestellt: Das Google Disavow Links Tool, das inzwischen auch in einem offiziellen Blogbeitrag erklärt wird. Damit können Links, die nicht (mehr) den Google-Richtlinien entsprechen, quasi für ungültig erklärt werden.

Dazu ruft der Webmaster (natürlich eingeloggt in den Google-Account) die Seite www.google.com/webmasters/tools/disavow-links-main auf. Dann wählen wir die Website, für die wir Links ungültig erklären möchten aus und laden eine Datei mit den bösen Links hoch. Dabei handelt es sich um eine einfach Textdatei, in der die URLs zeilenweise aufgelistet sind. Mit dem vorangestellten Keyword domain: lassen sich die Backlinks einer ganzen Domain entwerten. Google gibt dazu folgendes Beispiel:

# Contacted owner of spamdomain1.com on 7/1/2012 to
# ask for link removal but got no response
domain:spamdomain1.com
# Owner of spamdomain2.com removed most links, but missed these
http://www.spamdomain2.com/contentA.html
http://www.spamdomain2.com/contentB.html
http://www.spamdomain2.com/contentC.html

Derzeit lässt Google nur eine solche Disavow-Datei pro Website zu. Änderungen oder Ergänzungen dieser Datei müssen durch ein Herunterladen und erneutes Hochladen der ganzen Datei bestätigt werden; die Datei darf maximal 2 MB groß sein. Die Bearbeitung der Daten kann laut Google etliche Wochen dauern.

Hier ist die Ankündigung des Disavow Tools auf der Pubcon durch Matt Cutts:

Die Gerüchteküche hat dieses Tool ja schon länger erwartet, schließlich hat Google durch die vielen Anti-Link-Kampagnen wohl Unmengen damit zu tun, die ständigen Reconsideration-Requests zu beantworten. Das könnte damit einfacher werden. Einfacher wird es aber auch, sich selbst ins Knie zu schießen: Wehe, ein unbedarfter Webmaster lädt die falsche Datei hoch! Und richtig spannend wird es zu beobachten sein, auf welch böse Ideen manch Blackhat-SEOs damit kommen: Vielleicht lassen sich ja mit ein paar hundert Webmaster-Accounts die besten Linkquellen der Mitbewerber entwerten …

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12 thoughts on “Das Google Disavow Links Tool

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  • 17. Oktober 2012 at 20:03
    Permalink

    Da ist die Frage, ob man Google nicht ins offene Messer läuft oder um bei den Sprichwörtern zu bleiben, man nicht schlafende Hunde weckt wenn man Links einer eigenen Seite dort meldet bzw. einträgt. Denn wer garantiert mir als Webmaster, dass Gott Google dann meine Seite nicht auf Herz und Nieren überprüft und die Aktion für mich nach hinten losgeht?

  • 18. Oktober 2012 at 09:22
    Permalink

    Mhm, ich finde das irgendwie doof, dann bleiben die großen Seiten oben in der Rankinglist bei Google und neue Seiten haben keine Chance mehr, weil sie gleich entwertet werden… Wenn ich das richtig verstanden habe! Danke für die wertvollen Informationen! =) LG

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  • 6. November 2012 at 14:14
    Permalink

    Danke für die Mühe der ausführlichen Erläuterung. Ich finde dabei aber auch am schlimmsten, dass Google hier etwas eingeführt hat, was bei unbedarfter Handhabung ordentlich in die Hose gehen kann. Wenn ich mir jetzt vorstelle, wie jetzt Kolonien von Nachwuchsmöchtegernseos in den Webmastertools ihre ahnungslosen Kunden Links disavowen!? Oh mein SEO-Gott, dann gute Nacht. Und noch viel spannender finde ich es auch, wie sich die schwarze Seite der SEO-Macht dieses Tools mittelfristig bedienen wird.
    Insgesamt ist dieses Tool für mich aber nur ein vollwertiges Eingeständnis von Google, dass es SEHR VIELE Dinge überhaupt nicht im Griff hat. Warum sonst ein Disavowtool? Der Anfang vom Ende?

  • 13. November 2012 at 17:21
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    Auf den ersten Blick scheint es ein sehr nützliches Tool zu sein, um minderwertigen Links den Garaus zu machen. Doch der zeitliche Aufwand und die technische Umsetzungen stoßen bei mir ein wenig auf Skepsis. Natürlich stellt sich die Frage, was Google eigentlich mit dieser SEO-freundlichen Unterstützung beabsichtigen will. Denn damit wird den Seiten, die durchaus Potential nach oben haben, stärker ins Visier von Google genommen. Diese sind noch frisch, haben Potential nach oben und geraten bei Google in den Index?

  • 21. November 2012 at 16:02
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    Typisch Google ist ja mal wieder: „Die Bearbeitung der Daten kann laut Google etliche Wochen dauern.“

    Muss schon toll sein, ein Monopol zu haben 😉

    Wir werden das Tool in den kommenden Wochen auch mal antesten und sind gespannt, wie lange wir am Ende wirklich auf Ergebnisse warten müssen.

  • 28. November 2012 at 14:22
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    Bei dieser ganzen Diskussion über schlechte Links stelle ich mir eine Frage, die vielleicht mal ganz interessant sein könnte: Kann ich meiner Konkurrenz durch schlechte Links einen erheblichen Schaden zufügen? So könnte mir die Konkurrenz ja einfach ein Angebot wie „10000 Links für 20 Euro“ kaufen, ich falle dadurch bei Google auf als jemand der versucht zu manipulieren und die Seite fliegt raus.

  • 3. Dezember 2012 at 15:23
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    Ich denke das ganze Thema ist ziemlich überbewertet. Schließlich sagt Matt Cutts explizit, daß das Tool nur für sehr wenige sinnvoll ist und die meisten keine Links entwerten müssen.

  • 9. Dezember 2012 at 04:23
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    Das klingt nach einer einzigartigen Chance für Blackhats die Konkurrenz aus dem Rennen zu schleudern. Katalogeinträge sind billig erworben und schwer nachvollziehbar. Wenn man nun eine Seite für ein paar Wochen aus dem Index werfen kann, ist das doch ein lohnendes Geschäft.

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